Fehler beim Fliesenkauf: Die 10 häufigsten Probleme und wie Sie sie vermeiden

Fehler beim Fliesenkauf: Die 10 häufigsten Probleme und wie Sie sie vermeiden
Nicht selten zeigen sich Probleme erst nach der Verlegung oder sogar erst im Alltag. Fliesen sind langlebig, pflegeleicht und zeitlos, vorausgesetzt, sie werden richtig ausgewählt. In der Praxis entstehen viele Probleme jedoch nicht bei der Verlegung, sondern bereits beim Kauf. Fehlentscheidungen zeigen sich oft erst im Alltag: rutschige Oberflächen, unpassende Formate oder unerwartet hoher Pflegeaufwand.

 In diesem Ratgeber zeigen wir die zehn häufigsten Fehler beim Fliesenkauf und erklären, wie Sie diese von Anfang an vermeiden. Egal ob Sie klassische Plättli für den Innenbereich oder robuste Gartenplatten für außen planen – eine durchdachte Auswahl spart Zeit, Kosten und Ärger. 


1. Falsche Fliese für den Einsatzbereich gewählt

Wand ist nicht Boden und aussen ist nicht innen

Einer der häufigsten Fehler ist die Annahme, dass jede Fliese überall funktioniert. Im Innenbereich unterscheiden sich Anforderungen je nach Fläche (Wand vs. Boden), im Außenbereich kommen zusätzlich Frost, Temperaturwechsel und Untergrundaufbau dazu.

Für Wandflächen sind spezialisierte Wandfliesen eine sichere Wahl, weil sie auf Feuchtigkeitsschutz und Gestaltungsspielraum ausgelegt sind.
Für stark beanspruchte Aussenflächen sind wiederum Gartenplatten sinnvoll, da sie für Witterung und Rutschfestigkeit gedacht sind. 

Praxis-Tipp: Überlegen Sie zuerst wo die Fliese liegt (Wand/Boden/aussen), erst danach wie sie aussehen soll. Oftmalls gibt es aber eine Innenplatte die als Boden sowie Wandfliese verwendet werden kann.


2. Rutschfestigkeit unterschätzt (R9–R11)

Rutschfestigkeit ist Sicherheit, aber nicht automatisch “je mehr, desto besser”

Rutschfestigkeit ist ein zentrales Kriterium, vor allem in Nasszonen (Bad, Dusche, Eingangsbereich) und draussen. Viele greifen aus Sicherheitsgefühl zu möglichst “griffigen” Oberflächen, merken aber später, dass sich stark strukturierte Flächen je nach Nutzung etwas aufwendiger reinigen lassen.

Gerade draussen sollten Sie auf Produkte setzen, die explizit dafür gedacht sind, also z. B. Gartenplatten mit 2 cm Höhe und geeigneter Oberfläche. 

Praxis-Tipp: Entscheiden Sie nach Nutzung: Barfussbereich/Poolumgebung ≠ Wohnzimmer ≠ Treppe ≠ Terrasse.


3. Kaliber und Masstoleranzen ignoriert

Warum Fliesen nicht immer exakt gleich gross sind

Nachbestellungen werden schnell zum Problem

Fliesen werden gebrannt, dabei entstehen produktionsbedingte Masstoleranzen. Das ist normal, wird aber oft übersehen. Problematisch wird es, wenn zu knapp bestellt wird und später nachgekauft werden muss: Dann kann die neue Charge minimal anders ausfallen, was sich bei Fugenbild und Fluchtlinien bemerkbar macht.

Praxis-Tipp: Planen Sie von Anfang an eine Reserve ein (siehe Punkt 4) – das ist meist günstiger, als später Kompromisse in Optik oder Verlegung zu machen.


4. Zu wenig Verschnitt einkalkuliert

Warum 5–10 % Reserve oft nicht reichen

5–10 % Reserve sind ein Richtwert aber nicht immer ausreichend. Der tatsächliche Verschnitt hängt stark ab von:

  • Raumform (Nischen, Schrägen, viele Ecken)

  • Verlegemuster (z. B. diagonal, versetzt)

  • Kantenabschlüssen und Anschlüssen (Türzargen, Abläufe, Sockel)

Praxis-Tipp: Je komplexer der Raum und je grösser das Format, desto konservativer kalkulieren, also von 15 bis zu 20% mehr m2. Lieber eine geschlossene Reserve aus derselben Charge als späteres “Stückeln”.


5. Optik vor Alltagstauglichkeit gestellt

Glänzend vs. matt im Alltag

Struktur, Farbe und Pflege realistisch bewerten

Optik ist wichtig aber im Alltag zählen auch Pflege und Gebrauchsspuren. Glänzende Oberflächen wirken edel, zeigen jedoch schneller Wasserflecken oder Fingerabdrücke. Sehr helle Flächen können je nach Fugenfarbe schneller “unruhig” wirken.

Wenn Sie eine robuste, wohnliche und pflegeleichte Wirkung suchen, sind Optiken wie Steinoptik oder Holzoptik oft ein guter Kompromiss aus Design und Alltagstauglichkeit. 

Praxis-Tipp: Denken Sie an Licht: Tageslicht, Spots und warme LEDs verändern die Wirkung massiv.


6. Innen- und Aussenbereich nicht gemeinsam geplant

Durchgängiges Design funktioniert, wenn man es von Anfang an denkt

Viele wünschen sich heute einen fliessenden Übergang von innen nach aussen. Das klappt optisch nur dann wirklich gut, wenn Sie frühzeitig prüfen, ob es passende Varianten gibt (z. B. ähnliche Optik innen und als 2-cm-Version aussen).

Für den Aussenbereich sind Gartenplatten dafür das naheliegende Ziel, weil sie genau für diese Anforderungen positioniert sind. 

Praxis-Tipp: Erst die “Familie” (Optik/Serie) definieren, dann innen/aussen Varianten auswählen, nicht umgekehrt. Viele Fliesenserien gibt es für den Innen- sowie Aussenbereich.


7. Grossformate gewählt, ohne den Untergrund mitzudenken

Grossflächige Optik braucht Präzision

Grosse Formate sehen ruhig und hochwertig aus, erfordern aber einen sehr ebenen Untergrund und sauberes Arbeiten. Schon kleine Unebenheiten können bei grossen Platten zu Hohlstellen, Spannungen oder Kantenversatz führen.

Praxis-Tipp: Bei Grossformaten ist der Untergrund oft der entscheidende Kostentreiber, nicht die Fliese. Wenn hier gespart wird, rächt es sich.


8. Preis pro Quadratmeter falsch verglichen

Warum “günstig” am Ende teuer werden kann

Der m²-Preis ist nur ein Teil der Wahrheit. Relevant sind auch:

  • Sortierung/Qualität (Ausschuss, Bruch)

  • Verschnitt

  • Verlegeaufwand (Format, Untergrund, Fugenbild)

  • Haltbarkeit und Pflege

Ein sinnvoller Startpunkt für Vergleiche ist das breite Angebot unter Plättli – und falls Budget eine grosse Rolle spielt, kann ein Blick ins Restposten-Outlet helfen. 


9. Pflege und Reinigung nicht berücksichtigt

Oberfläche entscheidet über Aufwand

Pflege wird oft unterschätzt. Stark strukturierte Oberflächen fühlen sich angenehm “griffig” an, binden aber je nach Nutzung mehr Schmutz. Sehr dunkle, sehr glänzende oder sehr helle Flächen können wiederum mehr Spuren zeigen.

Praxis-Tipp: Planen Sie Reinigung wie ein Feature: “Wie soll es sich anfühlen?” ist wichtig, “wie soll es sich reinigen lassen?” ist mindestens genauso wichtig.


10. Keine Muster bestellt

Warum Bilder und Realität oft auseinanderliegen

Onlinebilder sind hilfreich aber sie ersetzen keine reale Fläche. Farbe, Haptik, Glanzgrad und Struktur wirken je nach Licht und Umgebung unterschiedlich.

Genau dafür gibt es Musterfliesen: Sie können die Fliese im echten Raum testen, bevor Sie sich festlegen. 

Praxis-Tipp: Muster nicht nur “anschauen”, sondern auf den Boden legen, im Tagesverlauf prüfen und neben Möbel-/Wandfarben halten.


Fazit: Fliesen richtig auswählen – mit Planung statt Überraschungen

Die meisten Probleme beim Fliesenkauf lassen sich vermeiden, wenn Sie Einsatzbereich, Rutschfestigkeit, Reserve/Charge und Alltagstauglichkeit von Anfang an einplanen. Wer sich unsicher ist, gewinnt mit einem Muster oft in Minuten mehr Klarheit als mit Stunden Online-Recherche.

Starten Sie mit einem Überblick über Plättli, prüfen Sie für aussen gezielt Gartenplatten – und sichern Sie Ihre Entscheidung über Musterfliesen ab.